Am 26. Juli 2026 ist Karl Finatzer im Alter von 101 Jahren in Gmünd in Kärnten verstorben. Mit ihm geht ein Mann, dessen Leben eng mit der bewegten Geschichte Südtirols und den schweren Jahren des Freiheitskampfes verbunden war.
Bereits als Kind lernte er die Unterdrückung der deutschen Sprache und Kultur unter dem faschistischen Joch kennen. Diese Erfahrungen prägten ihn nachhaltig. Auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er seiner Heimat und seinen Überzeugungen und Idealen stets verbunden und setzte sich mutig für die Rechte und die Freiheit Südtirols ein.
Sein Einsatz hatte persönliche Folge. Im Jahr 1960 musste Karl Finatzer Südtirol verlassen und in Österreich Zuflucht suchen. Zehn Jahre lang konnte er aus Sicherheitsgründen nicht mehr in seine angestammte Heimat zurückkehren. In dieser Zeit blieb die Sehnsucht nach seiner Heimat ein Teil seines Lebens.
Trotz aller Entbehrungen bewahrte er sich seine Verbundenheit mit Südtirol und die Erinnerung an jene Menschen und Ideale, für die er einst eingestanden war. Sein Lebensweg steht für Mut, Standhaftigkeit und die Bereitschaft, auch persönliche Opfer für eine Überzeugung zu tragen.
Karl Finatzer hat ein langes und bewegtes Leben vollendet. Die Erinnerung an ihn und an seinen Weg wird über seinen Tod hinaus bestehen bleiben.
Mag. phil. Andreas Raffeiner, Bozen
