Winfried Matuella – ein Mensch mit Haltung, Herz und Heimatverbundenheit

Es gibt Menschen, deren Wirken weit über ihre Aufgaben und Funktionen hinausreicht. Menschen, die nicht durch große Worte, sondern durch ihre Beständigkeit, ihre Überzeugung und ihre Menschlichkeit Eindruck hinterlassen. Winfried Matuella, der langjöhrige Obmann des Andreas-Hofer-Bundes für Tirol, gehörte ohne Zweifel zu diesen Persönlichkeiten.

Geboren 1937 und aufgewachsen in Innsbruck, war sein Leben stets eng mit seiner Heimat Tirol verbunden. Diese Verbundenheit war für ihn kein bloßes Lippenbekenntnis, sondern eine innere Haltung – geprägt von Verantwortung, Respekt und dem Wunsch, Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig Brücken in die Zukunft in Form eines vereinten Tirols zu bauen.

Bereits früh zeigte sich seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Nach seiner Ausbildung und dem Militärdienst begann sein beruflicher Weg im Bauwesen, wo er als Bauleiter mit verschiedenen Menschen zusammenarbeitete. Dabei waren keinesfalls nur Fachwissen und Erfahrung gefragt, sondern auch Verlässlichkeit, Organisationstalent und ein gutes Gespür für den Umgang mit Menschen. Diese positiven Charaktereigenschaften zeichneten ihn auch aus, als er beim Andreas-Hofer-Bund für Tirol das Amt des Obmanns von Josef (Sepp) Felder übernahm.

Eine besondere Bedeutung hatte für Matuella sein langjähriges Engagement bei der erwähnten Organisation. Über viele Jahre hinweg brachte er sich mit großem Einsatz und persönlicher Überzeugung ein. Schritt für Schritt übernahm er Verantwortung – zunächst als stellvertretender Schriftführer, später als Schriftführer, Geschäftsführer und schließlich als Obmann. Diese Aufgaben erfüllte er mit jener Mischung aus Pflichtbewusstsein und Menschlichkeit, die ihn auszeichnete. Dabei war ihm die Geschichte seiner Heimat ebenso wichtig wie der Blick nach vorne. Sein Leitspruch, dass „Geschichte Zukunft trifft“, spiegelte seine Überzeugung wider: Erinnerung und Tradition können Orientierung geben, wenn sie mit Offenheit und Verantwortungsgefühl gelebt werden.

Wer Winfried Matuella begegnete, lernte einen Menschen kennen, der nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen musste, um Wirkung zu entfalten. Er überzeugte durch seine ruhige Art, seine Verlässlichkeit und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen. Sein Engagement entsprang nicht dem Wunsch nach Anerkennung, sondern der Überzeugung, dass Gemeinschaft vom persönlichen Einsatz jedes Einzelnen lebt. Seine Verdienste um die Tiroler Identität und Kultur wurden vielfach gewürdigt – doch vielleicht am besten beschreibt ihn die Erinnerung jener Menschen, die mit ihm gearbeitet und ihn begleitet haben: als einen geradlinigen, hilfsbereiten und herzlichen Menschen, der seine Werte nicht nur vertreten, sondern auch vorgelebt hat. Und wer seine legendäre Sandwirtbriefe las, las in jeder Zeile die Begeisterung und die Geradlinigkeit, die nicht nur Andreas Hofer in sich verbarg.

Winfried Matuella. der 2020 starb, stand für gelebte Verantwortung, für Treue zu seinen Überzeugungen und für die Kraft eines Menschen, der sich mit Herz und Verstand für seine Mitmenschen und seine Heimat Tirol eingesetzt hat.

Mag. phil. Andreas Raffeiner, Bozen

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