Die Erinnerung an Kundgebungen und politische Versammlungen der Nachkriegszeit ist für viele Menschen in Tirol Teil des historischen und kulturellen Gedächtnisses. Insbesondere das Gedenken an die Kundgebung auf Castelfeder am 30. Mai 1946 steht für den Wunsch vieler Zeitzeugen und ihrer Nachkommen, offene Fragen der damaligen Zeit im Rahmen friedlicher und demokratischer Prozesse zu betrachten und langfristig tragfähige Lösungen zu finden.
Diese historischen Bezüge werden bis heute in Teilen der Bevölkerung mit dem Anliegen verbunden, Identität, Sprache und kulturelles Erbe bewusst zu bewahren und in die Zukunft zu tragen. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass Entwicklungen in Tirol, in Österreich, in Italien und innerhalb der EU zunehmend in einem rechtlich und institutionell eingebetteten Rahmen stattfinden, der auf Zusammenarbeit, Stabilität und gegenseitigem Respekt basiert. Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung des Schutzes und der Weiterentwicklung bestehender Autonomie- und Mitwirkungsstrukturen hin. Dabei wird betont, dass politische Diskussionen über regionale Anliegen ausschließlich auf der Grundlage des geltenden Rechts, der demokratischen Institutionen sowie im konstruktiven Dialog geführt werden sollten.
Unabhängig von unterschiedlichen historischen Perspektiven ist es dem AHBT ein Anliegen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Heimatverbundenheit wird dabei als Verantwortung verstanden, die sich im respektvollen Umgang innerhalb der Familie, im beruflichen Umfeld und im sozialen Miteinander ausdrückt. Wir rufen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den Austausch zwischen den Generationen zu fördern und Fragen der regionalen Identität sachlich und friedlich zu diskutieren. Ziel sollte es sein, Brücken zu bauen, Verständigung zu ermöglichen und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft Tirols im europäischen Kontext weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei das Bekenntnis zu einem friedlichen, respektvollen und demokratischen Miteinander über Grenzen hinweg.
Mag. Andreas Raffeiner

