Verkehrte Welt in Tirol

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Mit wachsender Verwunderung beobachtet der Andreas-Hofer-Bund für Tirol die derzeitigen politischen Forderungen rund um das Schützenwesen. Unter dem Deckmantel von Gleichstellung und Repräsentation versuchen insbesondere Vertreter der Grünen, landesübliche Empfänge, interne Vereinsentscheidungen und gewachsene Traditionen auf politische Art und Weise zu instrumentalisieren.

„Wir erleben derzeit eine verkehrte Welt“, erklärt AHBT-Obmann Alois Wechselberger. „Parteien, die sich eigentlich um Sozialpolitik, Teuerung und gesellschaftlichen Zusammenhalt kümmern sollten, beschäftigen sich lieber mit Symboldebatten und mischen sich in autonome Vereinsangelegenheiten ein.“

Der Andreas-Hofer-Bund Tirol stellt klar: „Die Schützen sind von niemandem erpressbar. Weder politische Parteien noch ideologische Strömungen haben das Recht, dem Schützenwesen Vorschriften zu machen. Entscheidungen über Auftreten, Repräsentation und Struktur werden demokratisch innerhalb der Organisationen getroffen – und nicht in Parteibüros.“

Besonders entschieden weist der Bund den Vorwurf zurück, Frauen würden im Schützenwesen ausgegrenzt. „Frauen haben als Marketenderinnen seit jeher einen hohen, sichtbaren und anerkannten Stellenwert innerhalb der Schützen“, so Wechselberger. „Dieses bewährte Miteinander wird nun bewusst ignoriert, um künstlich Empörung zu erzeugen.“

Parallel dazu sieht der Andreas-Hofer-Bund Tirol das eigentliche Kernproblem an ganz anderer Stelle: „Die Schützen in Nordtirol haben heute weniger ein Traditions-, sondern ein Sinnproblem“, betont Wechselberger. „Der Schutz der Heimat, der friedliche Einsatz für die politische Einheit Tirols und das Eintreten für ein gemeinsames historisches Bewusstsein werden durch die Landespolitik zunehmend eingeschränkt oder faktisch verboten.“

Unterstützung für diese Sichtweise kommt auch aus anderen Schützenverbänden. Hauptmann Johann (Hans) Moser von den Alt-Tiroler Schützen sowie Hauptmann Max Matteo von der DJB Vigolana reagieren auf die aktuelle Diskussion lediglich mit Kopfschütteln. Unisono halten sie fest: „Echte Schützen, die sich ernsthaft für die Einheit Tirols, für Frieden und für die Heimat einsetzen, haben für diese episch anmutenden Scheindebatten keinerlei Verständnis.“

Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol fordert daher ein klares Ende politischer Einmischung in das Schützenwesen. „Wer Gleichstellung ernst meint, muss Vielfalt akzeptieren – auch die Vielfalt historisch gewachsener Rollenbilder“, so Wechselberger abschließend. „Schützenwesen ist kein Spielball der Tagespolitik. Diese Einmischung lehnen wir entschieden ab.“