Die jüngste Debatte über Südtirol im österreichischen Nationalrat hat einmal mehr gezeigt, dass die Anliegen in Wien Gehör finden. Das ist ein wichtiges Zeichen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass die Herausforderungen für Südtirol nur dann bewältigt werden können, wenn parteipolitische Grenzen überwunden und gemeinsame Lösungen gesucht werden.
„Südtirol ist keine parteipolitische Frage, sondern eine Herzensangelegenheit. Es geht um die Menschen, ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Zukunft. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass alle politischen Verantwortungsträger – in Südtirol wie in Österreich – den Dialog suchen und gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt AHBT-Obmann Luis Wechselberger.
Ferner appelliert der AHBT an die Verantwortung aller politischen Kräfte. Sowohl die SVP in Südtirol als auch die österreichischen Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS im viel zitierten Vaterland stünden in der Pflicht, die historische Verantwortung Österreichs gegenüber Südtirol ernst zu nehmen und die Weiterentwicklung der Autonomie aktiv zu begleiten.
„Die Autonomie war und ist ein Friedensmodell. Aber sie darf niemals als selbstverständlich betrachtet werden. Sie muss gepflegt, weiterentwickelt und dort gestärkt werden, wo neue Herausforderungen entstehen. Das gelingt nur mit gegenseitigem Respekt und dem ehrlichen Willen, gemeinsam Lösungen zu finden“, so Wechselberger.
Besonders wichtig sei es, den Schutz der deutschen und ladinischen Volksgruppe weiterhin in den Mittelpunkt zu stellen. Dafür brauche es nicht nur politische Bekenntnisse, sondern konkrete Maßnahmen und einen offenen Austausch zwischen Bozen, Wien und Rom.
„Ich wünsche mir, dass die SVP ebenso wie ÖVP, SPÖ und NEOS die Sorgen vieler Südtirolerinnen und Südtiroler ernst nehmen. Die Menschen erwarten keine gegenseitigen Schuldzuweisungen, sondern Verantwortungsbewusstsein, Dialog und konkrete Ergebnisse. Südtirol verdient eine Politik, die verbindet und nicht trennt,“ berichtet Wechselberger.
Der AHBT betont, dass Österreich als Schutzmacht auch künftig eine wichtige Rolle zukomme. Gleichzeitig liege es an allen politischen Kräften, das Vertrauen der Menschen durch glaubwürdiges und entschlossenes Handeln zu stärken.
„Unsere Geschichte verbindet Tirol und Österreich auf besondere Weise. Diese Verbundenheit darf sich nicht nur in feierlichen Worten ausdrücken, sondern muss sich im täglichen politischen Handeln widerspiegeln. Wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir die Autonomie stärken, unsere Identität bewahren und den kommenden Generationen ein sicheres Fundament hinterlassen.“
Abschließend ruft Wechselberger alle politischen Verantwortungsträger dazu auf, den eingeschlagenen Dialog fortzusetzen und Südtirol als gemeinsame Aufgabe zu verstehen: „Die Zukunft unseres Landes ist zu wertvoll, um sie parteipolitischen Gegensätzen zu überlassen. Südtirol braucht Zusammenhalt, Weitblick und den gemeinsamen Willen, das Erreichte zu bewahren und mutig weiterzuentwickeln.“
Fotonachweis: Parlamentsdirektion/Bernadette Sattler-Remling

