Karl Renners vergeblicher Kampf um Südtirol – Ein historisches Mahnmal

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Zum 80. Jahrestag der Denkschrift an Stalin erinnert der Andreas-Hofer-Bund an das bis heute ungelöste Unrecht an Tirol.

In einer eindringlichen Denkschrift wandte sich Bundespräsident Karl Renner am 6. Februar 1946 an den sowjetischen Machthaber Josef Stalin mit der Bitte, Südtirol an Österreich zurückzugeben. Trotz klarer historischer, sprachlicher und strategischer Argumente blieb Renners Vorstoß erfolglos – Südtirol verblieb bei Italien.

Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol sieht in diesem Dokument ein zentrales Zeugnis dafür, dass selbst auf höchster staatlicher Ebene das Unrecht der Teilung Tirols erkannt, aber aus machtpolitischen Gründen nicht korrigiert wurde.

„Karl Renner hat unmissverständlich festgehalten, dass Südtirol historisch, geografisch und kulturell untrennbar zu Tirol gehört. Dass selbst diese Erkenntnis nach dem Zusammenbruch des Faschismus nicht zu einer gerechten Lösung geführt hat, ist ein historisches Versagen der Nachkriegsordnung,“ erklärt Alois Wechselberger, Obmann des Andreas-Hofer-Bundes.

Renner führte in seiner Denkschrift aus, dass die Brennergrenze weder militärisch noch politisch sinnvoll sei und dass die Abtrennung Südtirols eine schwere Belastung für die Stabilität Mitteleuropas darstelle. Besonders bemerkenswert ist, dass Renner bereits 1946 den Zusammenhang zwischen der Zerstückelung Tirols und dem späteren „Anschluss“-Problem klar benannte.

„Renner hat erkannt, dass die Zerreißung Tirols nicht nur ein regionales Problem ist, sondern ganz Europa betrifft. Seine Warnung, alte Fehler nicht zu wiederholen, wurde ignoriert – mit Folgen, die wir bis heute spüren,“ so Wechselberger.

Für den Andreas-Hofer-Bund ist Renners Schreiben ein historischer Beweis dafür, dass die Zugehörigkeit Südtirols zu Tirol auch nach 1945 keineswegs vergessen oder akzeptiert war.

„Südtirol war und ist das Herzland Tirols. Der Brief Renners zeigt: Die Südtirol-Frage ist keine nostalgische, sondern eine Frage von Recht, Geschichte und europäischer Ordnung,“ betont Wechselberger.

„Unser Auftrag bleibt es, dieses Bewusstsein wachzuhalten und für das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler einzutreten.“ Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol fordert, dass diese historischen Dokumente stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden und als Mahnung dienen, ungelöste nationale Fragen nicht dauerhaft zu verdrängen.