Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol zeigt sich über den bekannt gewordenen Vorfall im öffentlichen Nahverkehr Südtirols besorgt. Dass die dortige Landesregierung nun selbst einräumt, dass auf einer Zugverbindung eine Zugbegleiterin ohne Zweisprachigkeitsnachweis im Einsatz war und Durchsagen teilweise nicht in deutscher Sprache erfolgten, unterstreicht die Notwendigkeit, die gesetzlichen Bestimmungen konsequent einzuhalten.
„Die Zweisprachigkeit ist kein politisches Wunschkonzert und keine Frage des Zeitgeistes, sondern ein durch das Autonomiestatut garantiertes Recht aller Bürgerinnen und Bürger Südtirols“, erklärt AHBT-Obmann Luis Wechselberger.
Gerade im öffentlichen Dienst und bei öffentlichen Dienstleistungen muss gewährleistet sein, dass beide Landessprachen gleichwertig verwendet werden. Im 21. Jahrhundert sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Bürgerinnen und Bürger in Südtirol bei öffentlichen Dienstleistungen in beiden Landessprachen angesprochen und betreut werden können. Die Zweisprachigkeit darf daher nicht als lästige Zusatzanforderung betrachtet werden, sondern muss als selbstverständlicher Bestandteil eines funktionierenden öffentlichen Dienstes gelten.
Der AHBT setzt dabei bewusst auf einen sachlichen und lösungsorientierten Dialog. Wir suchen das Gespräch mit allen politischen Kräften, die für einen Austausch offen sind – unabhängig davon, welcher politischen Partei sie angehören. Auch dort, wo am Ende kein Konsens erzielt werden kann, halten wir den direkten Dialog für wichtig. Nur wer miteinander spricht, kann unterschiedliche Sichtweisen verstehen und gemeinsame Lösungen ausloten.
Ebenso differenziert beurteilen wir die Haltung der politischen Kräfte in Südtirol. Gerade in der Frage der konsequenten Durchsetzung der Zweisprachigkeit gibt es auch innerhalb der Südtiroler Volkspartei Stimmen, die die berechtigten Anliegen der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung nicht aus dem Blick verloren haben. Diese Differenzierung ist uns wichtig: Der AHBT wird dort kritisch sein, wo Rechte und Bestimmungen der Autonomie nicht ausreichend vertreten werden, wird aber ebenso jene anerkennen, die sich für deren Wahrung einsetzen.
Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol versteht sich dabei nicht als Lautsprecher kurzfristiger politischer Empörung. Verstöße gegen die Zweisprachigkeitsbestimmungen und gegen den Geist bzw. die Bestimmungen des Autonomiestatuts müssen sachlich aufgearbeitet und konsequent angesprochen werden – nicht populistisch zugespitzt. Wo es um grundsätzliche Fragen der Autonomie und deren Einhaltung geht, steht der AHBT zudem in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Stellen und Gesprächspartnern in Wien und Brüssel.
Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol begrüßt daher, dass der festgestellte Mangel von der Landesregierung anerkannt wurde und entsprechende Maßnahmen angekündigt wurden. Entscheidend ist jedoch, dass solchen Vorfällen künftig wirksam vorgebeugt wird und die Einhaltung der Zweisprachigkeitsbestimmungen konsequent kontrolliert wird.
„Wer öffentliche Dienstleistungen in Südtirol anbietet, muss den Bürgerinnen und Bürgern in Deutsch und Italienisch begegnen können. Das sollte im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein und nicht jedes Mal aufs Neue eingefordert werden müssen. Es ist Ausdruck von Respekt gegenüber der Bevölkerung und ein wesentlicher Bestandteil der Südtirolautonomie“, so Wechselberger abschließend.

