Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol nimmt in stiller Trauer Abschied von Siegfried Steger. Mit seinem Tod verliert unser Heimatland eine prägende Gestalt jener Generation, die in bewegten Zeiten für die Rechte und die Identität Südtirols eingetreten ist.
„Siegfried Steger war ein Mann klarer Prinzipien und unbeugsamer Haltung. Sein Lebensweg steht sinnbildlich für eine Epoche, in der viele Tiroler aus tief empfundener Verantwortung für ihre Heimat handelten“, erklärt Obmann Alois Wechselberger.
1939 in Mühlen in Taufers geboren, wuchs Steger in einer Zeit politischer Spannungen auf, die das Land nachhaltig prägten. Die Auseinandersetzungen um Rechte, Sprache und kulturelle Selbstbehauptung hinterließen bei vielen jungen Südtirolern einen bleibenden Eindruck – so auch bei ihm.
In den 1960er-Jahren wurde Steger gemeinsam mit Sepp Forer, Heinrich Oberleiter und Heinrich Oberlechner zu einer bekannten Figur jener Ereignisse, die bis heute kontrovers diskutiert werden. Ihre Aktionen richteten sich gegen staatliche Einrichtungen und Symbole und waren Ausdruck eines tief empfundenen Protests gegen die damaligen politischen Verhältnisse.
Unabhängig von unterschiedlichen Bewertungen dieser Zeit bleibt festzuhalten: „Siegfried Steger handelte aus seiner persönlichen Überzeugung heraus und trug die Konsequenzen seines Tuns mit bemerkenswerter Konsequenz. Der überwiegende Teil seines Lebens war vom Aufenthalt außerhalb Südtirols geprägt. In Nordtirol, zuletzt in Telfs, verbrachte er viele Jahrzehnte fern jener Heimat, mit der er sich innerlich stets verbunden fühlte. Eine Rückkehr blieb ihm bis zuletzt verwehrt“, berichtet Wechselberger.
„Dass ein Mensch seine letzten Lebensjahre nicht in seiner angestammten Heimat verbringen darf, berührt viele von uns zutiefst“, so Wechselberger. „Unabhängig von politischen Standpunkten sollte im Alter die Menschlichkeit Vorrang haben.“
Steger verstarb im Alter von 86 Jahren. Mit ihm geht der letzte Vertreter einer Gruppe, die in der Geschichte Südtirols einen besonderen Platz einnimmt. Sein Lebensweg war kein einfacher – er war geprägt von Entbehrung, Konsequenz und dem festen Glauben an das Recht seiner Heimat auf Selbstbestimmung.
„Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol sieht im Ableben Stegers auch einen Anlass zur nachdenklichen Betrachtung der Landesgeschichte. Die Ereignisse der 1950er- und 1960er-Jahre sind Teil der Identität Südtirols – mit all ihren Spannungen, Brüchen und offenen Fragen“, so Wechselberger.

