AHBT fordert bessere Kooperation in der Europaregion Tirol: „Der Brenner darf keine Trennlinie sein“

Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol (AHBT) hat sich abermals mit dringenden Anliegen an die drei Landeshauptleute der Europaregion Tirol gewandt. In einem Schreiben an den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle, den Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie den Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti fordert der Bund konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und zur Stärkung des Zusammenhalts innerhalb der historischen Tiroler Landesteile.

„Die Europaregion Tirol darf nicht nur ein politisches Schlagwort sein, sondern muss für die Menschen im Alltag spürbar werden“, betont AHBT-Obmann LuisWechselberger. „Wenn Briefe und Pakete zwischen den Landesteilen teilweise Wochen oder Monate unterwegs sind und öffentliche Verkehrsverbindungen weiterhin unzureichend sind, zeigt sich, dass die Zusammenarbeit über den Brenner noch immer große Lücken aufweist.“

Ein Schwerpunkt der aktuellen Schreiben ist die untragbare Situation bei Brief- und Paketsendungen zwischen Österreich und Italien. Der AHBT hatte sich bereits an die Italienische Post gewandt und eine rasche Verbesserung eingefordert. Da bislang keine Reaktion erfolgt ist, ersucht der Bund nun die politischen Verantwortungsträger der Europaregion Tirol um Unterstützung und um eine gemeinsame Lösung mit den zuständigen Stellen.

„Es kann nicht sein, dass eine innereuropäische Verbindung im 21. Jahrhundert bei alltäglichen Dienstleistungen derart behindert wird“, erklärt Wechselberger. „Die Menschen dies- und jenseits des Brenners erwarten zu Recht gute und funktionierende Strukturen“, betont Wechselberger.

Ein weiterer wesentlicher Punkt der Schreiben betrifft den Ausbau der Bahn- und Busverbindungen innerhalb der Europaregion Tirol. Der AHBT verlangt ein gemeinsames Verkehrskonzept unter Einbindung der ÖBB und der italienischen Staatsbahnen (Trenitalia), um die Verbindungen zwischen den wichtigen Zentren wie Kufstein, Innsbruck, Lienz, Bozen, Meran, Trient, Rovereto und Borghetto deutlich zu verbessern.

Mag. phil. Andreas Raffeiner, Bozen

„Eine Europaregion lebt von Begegnung und Mobilität. Dafür braucht es dichtere Taktungen, bessere Anschlüsse und leistbare Fahrkarten“, so Wechselberger.

Der AHBT spricht sich aus diesem Grund auch für deutlich vergünstigte Tarife für alle Bürgerinnen und Bürger der Europaregion Tirol von Kufstein bis Borghetto aus. Gefordert werden unter anderem Preisnachlässe von 50 Prozent sowie kostenlose Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Verkehrs für Senioren, Menschen mit Behinderungen, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler.

„Die Verbindung der Tiroler Landesteile darf nicht an Grenzen, Zuständigkeiten oder Verwaltungswegen scheitern“, schließt Wechselberger. Mehr noch: „Nordtirol, Südtirol und das Trentino haben eine gemeinsame Geschichte und viele gemeinsame Interessen. Jetzt geht es darum, diese Gemeinsamkeiten auch im täglichen Leben der Bevölkerung sichtbar zu machen.“

Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol ersucht die drei Landeshauptleute um eine zeitnahe Stellungnahme und um das Setzen konkreter Schritte zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Infrastruktur und Zusammenarbeit.

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