Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des ethnischen Proporzes in Südtirol würdigt der Andreas-Hofer-Bund für Tirol (AHBT) dieses zentrale Instrument der Südtirol-Autonomie als unverzichtbare Grundlage für das friedliche Zusammenleben der Sprachgruppen und den wirksamen Minderheitenschutz.
Der ethnische Proporz, der auf dem Zweiten Autonomiestatut beruht und seit 50 Jahren konsequent umgesetzt wird, gewährleistet die angemessene Vertretung der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppe im öffentlichen Dienst sowie bei der Vergabe öffentlicher Leistungen. Gemeinsam mit der Gleichstellung der Sprachgruppen und den weitreichenden Autonomierechten bildet er das Fundament der Südtirol-Autonomie.
AHBT-Obmann Luis Wechselberger erklärt: „Der ethnische Proporz ist kein Privileg, sondern Ausdruck von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Er stellt sicher, dass keine Sprachgruppe benachteiligt wird, und schafft Vertrauen in die öffentlichen Institutionen. Damit ist er ein wesentlicher Garant für den sozialen Frieden in Südtirol.“
Mit Blick auf immer wiederkehrende Forderungen nach einer Lockerung oder Abschaffung des Systems warnt Wechselberger eindringlich: „Wer den ethnischen Proporz schrittweise verwässern oder aushöhlen will, rüttelt an einer der tragenden Säulen der Südtirol-Autonomie. Dieses bewährte Schutzinstrument darf nicht aus kurzfristigen politischen oder wirtschaftlichen Interessen geschwächt werden.“
Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol erinnert daran, dass der Proporz als Konsequenz aus den historischen Erfahrungen Südtirols geschaffen wurde und international als beispielhafte Regelung für den Schutz nationaler Minderheiten gilt. Seine Bedeutung sei heute ebenso groß wie vor fünf Jahrzehnten.
Wechselberger betont: „Die Autonomie lebt vom gegenseitigen Respekt und von klaren rechtlichen Garantien. Der ethnische Proporz ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein lebendiges Instrument des Minderheitenschutzes. Gerade in einer sich wandelnden Gesellschaft muss dieses System erhalten und konsequent angewendet werden.“
Abschließend fordert der AHBT, alle Bestrebungen zurückzuweisen, die den Proporz schleichend entwerten könnten: „Die Südtirol-Autonomie ist ein internationales Erfolgsmodell. Wer sie zukunftsfit machen will, darf ihre tragenden Säulen nicht abbauen. Der ethnische Proporz muss unangetastet bleiben – nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil er seit fünf Jahrzehnten Frieden, Fairness und ein ausgewogenes Miteinander der Sprachgruppen gewährleistet.“

