Unter dem Leitwort „1914–1939–2026: Wehret den Anfängen von Hetze und Krieg“ gedachte der Andreas-Hofer-Bund für Tirol (AHBT) gemeinsam mit einer Fahnenabordnung der Alt Tyroler Schützen – Andreas Hofer (ATS) am heutigen 28. Juni des Attentats auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie, Herzogin von Hohenberg. Die Delegation unter der Leitung von AHBT-Obmann Luis Wechselberger legte an der Grabstätte des Thronfolgerpaares auf Schloss Artstetten einen Kranz nieder.
Für den Andreas-Hofer-Bund sei der 28. Juni ein Tag des Gedenkens an die Opfer politischer Gewalt und ein Anlass, über die Ursachen von Krieg und die Bedeutung des Friedens nachzudenken.
„Wir erinnern uns heute an zwei Menschen, die durch ein politisch motiviertes Attentat ihr Leben verloren haben. Ihr Tod veränderte die Geschichte Europas nachhaltig. Gerade deshalb muss das Gedenken auch eine Mahnung sein, Konflikte nicht durch Gewalt, sondern durch Dialog zu lösen“, erklärte Wechselberger.
Der AHBT vertritt die Auffassung, dass die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges in der öffentlichen Darstellung häufig zu einseitig behandelt werde.
„Nach unserer Überzeugung werden die komplexen politischen und machtstrategischen Entwicklungen vor dem Ersten Weltkrieg in der Geschichtsschreibung vielfach verkürzt dargestellt. Es braucht eine offene wissenschaftliche Diskussion über sämtliche politischen Interessen und internationalen Akteure jener Zeit“, so Wechselberger.
Mit Blick auf die internationale Lage warnte der AHBT vor einer zunehmenden Polarisierung.
„Wir beobachten mit Sorge, dass Sprache und politische Rhetorik vielerorts wieder konfrontativer werden. Geschichte zeigt, wie schnell Hetze, Feindbilder und Aufrüstung in bewaffnete Konflikte münden können. Deshalb müssen Friedenspolitik und Diplomatie oberste Priorität haben.“
Abschließend appellierte Wechselberger an Politik, Medien und Gesellschaft, aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts zu lernen:
„Die Menschen dürfen niemals wieder zu bloßen Werkzeugen geopolitischer Machtinteressen werden. Unser Auftrag lautet, den Frieden zu bewahren, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und Konflikte auf friedlichem Weg zu lösen. Krieg darf niemals als normales Mittel der Politik akzeptiert werden.“
Der Andreas-Hofer-Bund für Tirol sieht das jährliche Gedenken in Schloss Artstetten als Zeichen der Erinnerung und als Aufruf, sich gegen Hass, Gewalt und Krieg einzusetzen.

